3. Etappe: Herxheim – Klingenmünster

Wegen der Sommerhitze startete ich meine heutige 3. Etappe schon früh am Morgen und ließ mein Heimatdorf Herxheim hinter mir. Von nun an wanderte ich über das hügelige Feld nach Offenbach und dann ein ganzes Stück auf dem schönen Queichtal-Radweg nach Landau. Es war irgendwie cool durch die Stadt zu laufen, in der ich neun Jahre aufs Gymnasium ging. Im Innenhof der Landauer Kirche Heilig Kreuz, einer ehemaligen Klosterkirche, fand ich ein hübsches, besinnliches Schattenplätzchen. Wie viele Schulgottesdienste hatte ich in dieser Kirche über mich ergehen lassen? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Bei meinem Streifzug durch die alten Gemäuer entdeckte ich im Seitenschiff der Kirche ein sehenswertes gotisches Fresko, das eine Pilgerkrönung durch Jakobus zeigt.

Nachdem ich ausgeruht und neue Kraft gesammelt hatte, machte ich mich auf den beschwerlichen Weg zur Kleinen Kalmit hoch. Beschwerlich, weil mittlerweile die Mittagshitze fast unerträglich war. Es müssen über 35 Grad Celsius gewesen sein. Ich dacht, ich komme nicht mehr an. In Arzheim traf ich auf einen freundlichen, älteren Herrn, der mich zu einer Rast auf seiner Bank im Schatten vor dem Haus einlud. Nach einem netten Plausch und einer kühlen Flasche Wasser rappelte ich mich auf und ging weiter.

Von der Kalmit aus hat man einen sagenhaften Blick. Als ich dort oben stand und auf meine Region hinabblickte, konnte ich es kaum glauben, dass ich schon so einen langen Weg zu Fuß zurückgelegt habe. Ich war unheimlich stolz, als ich diese Distanz realisierte. Im Schatten machte ich es mir gemütlich und genoss eine ganze Weile die Ruhe und die erhabene Aussicht. Das letzte Stück nach Klingenmünster war die Hölle. Es war heiß und die Füße taten tierisch weh. Doch ich habe es durchgebissen und als ich an der Nikolauskapelle oberhalb von Klingenmünster ankam, war ich echt heilfroh, dass ich diese Etappe trotz der Hitze gut überstanden habe.