Pfälzer Jakobsweg: Speyer – Kloster Hornbach (6)

6. Etappe: Eppenbrunn – Kloster Hornbach

Nach einem leckeren Flammkuchen und einem kühlen Bier an meinem letzten Pilgerabend im Hotel Kupper waren die Schmerzen fast wieder vergessen. Meine letzte Etappe zum Kloster Hornbach stand nun bevor. Der Jakobsweg führte direkt am Hotel vorbei und so war ich direkt nach dem Frühstück wieder auf der Strecke. Schon nach kurzer Zeit erreichte ich die jahrhunderte alte, an der Trualb gelegene Hilster Mühle bei Schweix – die einzige noch intakte Mühle im ganzen Umkreis. Die Landschaft dort ist ein Traum, richtig idyllisch.

Hügelaufwärts ging es weiter, erst durch den Wald dann über Wiesen und Felder. Atemberaubende Fernsichten über das hügelige Umland … ich musste immer wieder anhalten und den Anblick genießen. Da machte es auch nichts aus, dass die Wege größtenteils betoniert waren. Ein ganzes Stück der Pilgerroute verlief entlang der Landstraße. Öde war die Wanderung dennoch nicht, denn die herrliche Landschaft entschädigte für die weniger attraktive Wegstrecke. Am frühen Nachmittag wurde der Himmel schwarz. Auweia, ein Unwetter, schon wieder! Es war kurz und heftig. Ich war zwar klatschnass, doch danach kam die Sonne wieder raus und trocknete mich im Handumdrehen. Funktionskleidung ist eine geniale Erfindung.

Als ich zum ersten Mal die Zipfel des Klosters weit entfernt zwischen den Bäumen hervorlugen sah verlangsamte ich meinen Schritt. Ich wollte die Ankunft noch etwas hinauszögern und genoss von nun an jeden Meter, der mich dem Ziel näherbrachte. In Hornbach angekommen folgte ich der Muschel hoch zum Kloster. Ich hatte es tatsächlich geschafft. Nachdem ich mir meinen letzten Pilgerstempel geholt hatte ging ich zur Pirminiuskapelle. Sie wurde 1957 als Gedächtnisstätte über der Grablege des Heiligen Pirminius erbaut. Das Grab darin ist zwar leer, da die Gebeine des Heiligen in der Schweiz ruhen, doch die geschichtsträchtige Aura verlieh meiner Pilgertour einen würdigen Abschluss.

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Das Schreiben und Fotografieren sind mein Lebenselixier. Als Wanderreporterin erkunde ich die schönsten Wanderwege in und außerhalb meiner Region. Beim Wandern schöpfe ich Energie und Kraft für die Verwirklichung vieler meiner Ideen.

3 Comments

  1. Torsten Wirschum 17. Juli 2016 at 16:07 - Reply

    Wirklich sehr nett, vielen Dank.:-) Ansonsten freue ich mich schon auf neue Wanderberichte von Dir.

    Liebe Grüße,
    Torsten

  2. Torsten Wirschum 17. Juli 2016 at 11:00 - Reply

    Tja, als ich vor rund 2 Monaten anfing, regelmäßig zu wandern, hätte ich es ja nicht für möglich gehalten, aber so langsam wächst auch in mir der Wunsch, mal eine längere Pilgerstrecke hinter mich zu bringen. Und Dinge wie dieser 6teilige Wanderbericht sind kleine Mosaiksteine, die mich diesem Entschluss immer näherbringen.:-) Entsprechende körperliche Fitness ist allerdings die Grundvoraussetzung.

    • WanderReporterin 17. Juli 2016 at 12:22 - Reply

      Lieber Torsten,
      es freut mich sehr dass du dich durch meine Berichte motiviert siehst, selbst auch einmal pilgern zu gehen. Ich kann dir versichern, es wird dich bereichern – in jeder Hinsicht.
      Etwas trainiert solltest du sein, richtig, aber du brauchst keinen Hochleistungssport daraus zu machen. Wichtig ist, dass deine Knie- und Fußmuskulatur gefestigt sind, damit du einen sicheren Tritt hast. Falls du Fragen zu dem Weg oder zu Ausrüstung und Equipment hast, stehe ich dir gerne mit Rat und Tat zur Seite.

      Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Wandern,
      liebe Grüße
      Daniela

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