Deutschlands erste Crosswander-Tour

Ein etwas anderes Wanderwegekonzept haben die Verantwortlichen von Albtal-Tourismus entwickelt. Abseits der Hauptwege entsteht eine Crosswander-Tour, bei der das Outdoor-Erlebnis im Vordergrund steht: der Albtal.Abenteuer.Track.

Auf Einladung des Albtal Tourismus durfte ich am 6. Mai, ein Tag vor der offiziellen Einweihung des Tracks hinter die Kulissen schauen. Manche Passagen mussten noch von Gestrüpp befreit und Markierungen erneuert werden. Jeder bekam „Werkzeug“ an die Hand, um sich an den Arbeiten zu beteiligen. Für mich bot sich dadurch eine gute Gelegenheit, mich mit den Gestaltern des Tracks zu unterhalten.

Die Herausforderung bei der Planung und Umsetzung des Albtal.Abenteuer.Tracks war, das reichlich vorhandene Wegenetz mit noch unberührten Offroad-Abschnitten so zu kombinieren, dass ein Abenteuercharakter entsteht, aber dennoch alle Belange von Naturschutz und Forstwirtschaft eingehalten werden, was nicht einfach war. Deswegen gehören breitere Waldwege ebenso zur Wegstruktur wie weiche Waldwege und Pfade. Schließlich muss man ja auch eine Strecke von 24 Kilometern zurücklegen, was querfeldein doch sehr zeitraubend wäre.

Es geht beim sogenannten „Albtal.Abenteuer.Track“ nicht um das Wandern im klassischen Sinn, dafür ist die Wegführung zu abenteuerlich. Es geht immer wieder querfeldein, über Totholz, Geäst und Felsbrocken hinweg, steile Hänge hinauf, durchs Wasser und gegebenenfalls auch durch Matsch. Das Naturerlebnis steht im Vordergrund, die sportliche Herausforderung, das Abenteuer. Zwar ist die Richtung durch Markierungen vorgegeben, doch einen sichtbaren Pfad gibt es (noch) nicht. Ob man jetzt rechts um den Felsen herum geht oder links spielt keine große Rolle. Wie man kann oder wie man gerade will geht man seinen eigenen Pfad. Mit der Zeit werden auf diese Weise Pfade entstehen.

Anders als beim Premiumwegekonzept wird man nicht wie ein Besucher an landschaftliche Höhepunkte geführt, um sie bestaunen zu können, sondern man wird Teil des Ganzen, indem man sich den Weg dorthin erarbeitet. Markierungen sind reduziert und dezent angebracht. Genaues Beobachten und die Fähigkeit sich zu orientieren werden zur Voraussetzung für das Weiterkommen. Hier wird der Weg tatsächlich zum Ziel und nicht die Attraktionen, die entlang des Weges abgeklappert werden. Der Weg ist das Besondere. Man taucht ein in den Wald, muss ihn befühlen und sich mit ihm und seinen Strukturen auseinandersetzen. Aus passivem Betrachten wird aktives Erleben, Ertasten und Wahrnehmen.
Wo ist die nächste Wegmarkierung? Wie komme ich zwischen den Felsbrocken hindurch? Wie setze ich meine Kraft effizient ein? Der Albtal.Abenteuer.Track schult die Sinne. Man bekommt ein Gespür dafür, dass Hindernisse überwindbar sind. Man lernt, sich an dem vorgegebenen natürlichen Relief entlang zu bewegen, ihm zu folgen, achtsam seine Schritte zu setzen. Geschwindigkeit ist kein Thema. Und das ist gut so.

Wer erwartet, einen Weg der Attraktionen vorzufinden wird enttäuscht sein. Wer sich aber eine intensive Auseinandersetzung mit der Natur und ihren Begebenheiten wünscht, wer für ein paar Stunden echtes Outdoorgefühl haben möchte, wird zufrieden, ausgepowert und glücklich heimkehren.

Bisher habe ich nur die ersten zehn Kilometer des Albtal.Abenteur.Tracks kennengelernt. Sobald es meine Zeit erlaubt, werde ich die Tour noch einmal komplett begehen und einen ausführlichen Wanderbericht dazu schreiben. Das, was ich von dem Trail gesehen habe, hat mich überzeugt und sehr neugierig gemacht und ich möchte auf jeden Fall mehr davon.

Die 2. Etappe ist im Entstehungsprozess und noch nicht offiziell eröffnet. Es sind weitere abenteuerliche Querfeldein-Passagen in Planung. Bis sie realisiert werden können, verläuft die 2. Etappe noch weitgehend über breite Forstwirtschaftswege. Ich bin sehr gespannt darauf wie dieses Abenteuer fortgesetzt wird.

Meine Teilnahme an der Eröffnung des Albtal.Abenteuer.Tracks fand auf Einladung vom Albtal Tourismus statt. Vielen Dank dafür an dieser Stelle. Ein herzliches Dankeschön gilt ebenfalls Stephan Bode, der mich einlud, in seinem Hotel Schwarzwald Panorama in Bad Herrenalb zu übernachten. Meine Berichterstattung hat dies in keiner Weise beeinflusst. Ich behalte mir vor, authentisch und ehrlich über meine Wanderungen und Aufenthalte zu schreiben.