5. Etappe: Rumbach – Eppenbrunn

Nach einer sehr erholsamen Nacht im Haus Waldeck in Rumbach stand am fünften Morgen Sight-Seeing auf meinem Tagesplan. Was ich nicht wusste: Frau Koslowski vom Haus Waldeck ist Rumbachs Oberbürgermeisterin. Spontan lud sie mich zu einer Besichtigung der berühmten Christuskirche ein. Sogar aus Amerika kämen Touristen, um die über 1000 Jahre alte Kirche mit ihren mittelalterlichen Fresken zu besichtigen, erfahre ich von Frau Koslowski. Ich war bin begeistert von dieser Kirche und vom historischen Zentrum Rumbachs und war sicherlich nicht das letzte Mal dort. Nichtsdestotrotz musste ich mich wieder auf den Weg machen, denn ich wollte gegen Abend Eppenbrunn erreichen. Der graue Himmel gefiel mir gar nicht …

Anfangs führte mich die weiße Muschel durch den morgendlich frischen Wald, auf teilweise überwucherten Pfaden. Etwa zwei Kilometer vor Fischbach kam ich in ein Unwetter. Innerhalb weniger Minuten war ich nass bis auf die Knochen. Im Schnellmarsch, manchmal sogar joggend, flüchtete ich mich in eine Tankstelle in Fischbach. Dort lernte ich Tankstellenwart Christoph kennen, der mir von seinen beeindruckenden Pilgerwanderungen erzählte. So ist das, wenn man pilgernd unterwegs ist. Man trifft ständig Leute, die entweder selbst schon auf dem Jakobsweg unterwegs waren oder mindestens eine Person kennen, die ihn gewandert sind.

Ich verließ Fischbach, als der Himmel sich beruhigt hatte und marschierte nach Ludwigswinkel. Man kommt an hübschen Weihern vorbei, wo man eine gemütliche Verschnaufpaue einlegen kann. Der Jakobsweg führt eine zeitlang am Saarbach entlang, daher sollte man in den Sommermonaten immer Mückenschutz dabei haben. Die Landschaft ist märchenhaft und ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging. Erst als meine Füße anfingen weh zu tun realisierte ich, dass ich schon fast sieben Stunden unterwegs war. Völlig am Ende und mit schmerzenden Füßen erreichte ich meine Unterkunft in Eppenbrunn: das Hotel Kupper.